Zustimmung zur Urlaubsreise

Wann braucht man eigentlich die Zustimmung es anderen Elternteils zu einer Urlaubsreise mit den Kindern? Der Evergreen unter den Fragen!

Grundsätzlich (und ohne Corona) ist der Urlaub in Holland, Österreich und Malle unproblematisch. Es gibt zwar eine

⚠️ Informationspflicht, wo die Reise hingeht, aber
⚠️ kein Zustimmungserfordernis oder Veto- Recht des anderen Elternteils.

☝️Etwas anderes gilt bei Reisen in Krisen- und Risikogebiete oder auch Reisen, die mit besonderen Belastungen einhergehen. Da muss der andere Elternteil ausdrücklich zustimmen.

⚖️ Funktioniert die Einigung nicht, kann man einen Antrag nach § 1628 BGB stellen und die alleinige Entscheidungsbefugnis für die Reise beantragen.

👩‍⚖️Eine Urlaubsreise ist nur dann zustimmungspflichtig, wenn es sich dabei um eine Angelegenheit von erheblicher Bedeutung handelt. Und das wiederum ist der Fall, wenn abgewogen werden muss, zwischen
💡 den Vorteilen der Reise für die kindliche Entwicklung und
⚠️den mit der Reise einhergehenden Belastungen und Gefahren.

Und so hat z.B. das OLG Braunschweig entschieden, dass eine Flugreise nach Mallorca während der Corona Pandemie eine Angelegenheit von erheblicher Bedeutung ist und somit zustimmungspflichtig.

🚩 Wenn die Urlaubsreise zu einer Vereitelung des gerichtlich geregelten Umgangsrechts führt, ist die Übertragung der Entscheidungsbefugnis auf den Reisenden grundsätzlich ausgeschlossen, da sonst die Sorgerechtsregelung zu einem Rechtsbruch der Umgangsregelung führen würde.

Urheber: Karola Rosenberg

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