Wenn das Kind den Umgang verweigert

Wie soll man rechtlich damit umgehen, wenn das Kind den Kontakt mit einem Elternteil vollständig verweigert? Und was soll man tun, wenn ein Elternteil den Stress mit dem Umgang auf das Kind überträgt?

Wenn Kinder den Kontakt mit einem Elternteil nur noch als Stress empfinden und den Kontakt komplett ablehnen, obwohl objektiv dafür kein Grund festgestellt werden kann und es gerade keinen Gewalthintergrund gibt, sind die rechtlichen Möglichkeiten begrenzt.

Die Idee des sogenannten Parental Alination Syndroms, also dass alleine ein Elternteil „schuld“ ist und dem Kind die Ablehnung einredet, ist wissenschaftlich nicht haltbar und konnte nicht belegt werden.

Kinder reagieren auf Konflikte und schützen sich, indem sie sich auf die Seite eines Elternteils stellen.
Um die Bindung und Beziehung zu beiden Eltern zu schützen, hilft am besten eine frühzeitige Umgangsregelung, bevor das Kind alles ablehnt, am besten kombiniert mit familientherapeutischen Maßnahmen, um den Konflikt zu minimieren. Ist der Kindeswille einmal stark und verfestigt, kommt man mit rechtlichen Möglichkeiten da kaum noch dran.

Urheber: Karola Rosenberg, Foto: AdobeStock