Ganz allein zum Jugendamt?

Das Recht auf Begleitung und das Wunsch- und Wahlrecht.

Gründe, um einen Termin beim Jugendamt wahrnehmen zu wollen oder zu müssen, gibt es viele: Schwierigkeiten in der Erziehung und Entwicklung, streitige Trennungen, Überforderung, Kindeswohlgefährdungen, Inobhutnahmen und Hilfeplangespräche, um nur einige zu nennen.

Viele Eltern sind aber nervös oder ängstlich, so einen Termin allein wahrzunehmen. Entweder weil es einfach schwer ist, sich mit seinem Privatleben an öffentliche Stellen zu wenden oder weil man vielleicht gruselige Geschichten gehört oder gelesen hat oder auch weil man schonmal bei einem Termin war und sich unsicher, unterlegen oder sogar schlecht behandelt gefühlt hat.

Tatsächlich sind viele Jugendamtsmitarbeiter hoch motiviert und bemühen sich sehr, echte Hilfe zu leisten. Aber in manchen Fällen stimmt entweder die Kommunikation oder die Chemie nicht oder es bestehen Vorurteile oder oder oder…

Dann hilft es, wenn man eine Begleitperson mit zum Gespräch nimmt.
Wenn die Stimmung ohnehin schon angespannt ist, sehen manche Jugendämter das nicht so gerne und möchten das gerne verbieten. Das geht aber in der Regel nicht. In §13 SGB X steht das Recht auf Beistandschaft ausdrücklich drin.

🌟Tipp: § 13 SGB X aus dem Internet ausdrucken und mitnehmen.

Aber wen sollte man mitnehmen?
Das kann entweder eine Person des Vertrauens sein aus dem Freundeskreis, jemand der pädagogisch, psychologisch oder rechtlich geschult ist oder auch ein*e Rechtsanwalt/-anwältin.
Wichtig ist, dass die Person, die man mitnimmt, ruhig und sachlich ist und gut kommunizieren kann.
Kommunikation ist der Key, denn häufig kann man sich dann doch konstruktiv zusammen setzen und an echten Lösungen arbeiten.

Für diese Lösungen hilft es auch, wenn man weiß, dass man bezüglich der Auswahl möglicher Hilfen ein Wunsch- und Wahlrecht hat. Wenn es also z.B. darum geht, wer in der Familie helfen und beraten soll, kann man mit aussuchen, durch welchen Menschen bzw. Träger das passieren soll. Da hilft es auch vor dem Termin zu googeln, welches Angebot passend erscheint.


🌟Tipp: Das Wunsch- und Wahlrecht steht in § 5 SGB VIII.